WARUM ES UNS GIBT

DIE HISTORIE DER STIFTUNG

Im Jahr 1989 wurde bei Jörg Bernards, dem einzigen Kind der Eheleute Marianne und Helmut Bernards, im Alter von 24 Jahren ein Hirntumor (Astrozytom) durch Herrn Professor Sturm festgestellt. Dieser übernahm die Behandlung von Jörg und operierte ihn mehrfach. Dank seiner Behandlunsmethode konnte Jörg 10 Jahre gut überleben. Die bösartige Erkrankung siegte und Jörg starb im Jahr 2002 mit 37 Jahren an den Folgen des Tumors.

Durch die intensive und fürsorgliche Betreuung des Mediziners und seinem gesamten Team ist in den Eheleuten Bernards der Wunsch gereift, die Forschungsarbeit von Herrn Professor Sturm und seinen Nachfolgern finanziell zu unterstützen.

So wurde die als gemeinnützig anerkannte und selbständige Jörg Bernards-Stiftung mit Sitz in Köln durch das Ehepaar Marianne und Helmut Bernards in 2007 gegründet.

Als Stiftungskapital wurde ein Mehrfamilienhaus in Köln-Junkersdorf von den Eheleute Bernards in die Stiftung eingebracht, deren Einnahmen voll in die Förderung der Forschungsarbeit von Herrn Professor Sturm und seinen Nachfolger fließen. Neben diesen Einnahmen sind aber weitere Spenden notwendig, um die Forschungsarbeit zügig vorantreiben zu können. Nähere Infos unter Spendenkonto.

 

WAS WIR ERREICHEN WOLLEN

DIE ZIELE DER STIFTUNG

Die Jörg Bernards-Stiftung fördert bundesweit die Weiterentwicklung von Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der onkologischen und restaurativen stereotaktischen Neurochirurgie. Bisher konnten insbesondere die klinisch-operativen, neurowissenschaftlichen und physikalisch-technischen Forschungsarbeiten von Prof. Dr. Volker Sturm und seinen Arbeitsgruppen unterstützt werden. Stereotaktisch-neurochirurgische Verfahren sind wenig bis minimal invasiv, hocheffizient und mit einer außergewöhnlich niedrigen Nebenwirkungsrate belastet. Es handelt sich um bildgesteuerte, im Wesentlichen auf Magnet-Resonanz-Tomographie basierende Operationen, bei denen beliebige Instrumente computergesteuert mit höchster Präzision nahezu alle Hirnareale erreichen und beeinflussen können.

Ein wesentlicher Teil dieser Verfahren wurde in den 70er und 80er Jahren von Prof. Sturm gemeinsam mit Prof. Schlegel und anderen Arbeitsgruppen am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg entwickelt.

Die stereotaktische Operationstechnik erlaubt die zur Diagnosestellung und Bestimmung der optimalen therapeutischen Strategie notwendige schonende Gewebsgewinnung von bisher nicht operablen Hirntumoren sowie deren hochselektive Zerstörung durch Implantation von radioaktiven Strahlern direkt in das Tumorgewebe. Ein zweiter, immer wichtiger werdender Schwerpunkt ist die stereotaktische Implantation von Elektroden und Hirnschrittmachersystemen in tiefe Hirnareale zur schonenden und voll reversiblen Modulation gestörter Hirnaktivität. Hiermit können bisher nicht therapierbare schwerste neurologische und psychiatrische Erkrankungen, wie fortgeschrittene Stadien des Morbus Parkinson, der Dystonie und schwere Tremorformen, aber auch von Zwangskrankheit, Tourette-Syndrom, Depression, Alkohol- und Drogenabhängigkeit sowie Demenz, behandelt werden.

Prof. Sturm ist emeritierter Lehrstuhlinhaber für Stereotaxie und Funktionelle Neurochirurgie der Universität zu Köln. Nach seiner Emeritierung wurde er von der Universität Würzburg als Senior-Professor für Neurochirurgie und vom International Neuroscience Institute (INI) Hannover, An-Institut der Universität Magdeburg, als Direktor für onkologische und restaurative stereotaktische Neurochirurgie berufen. Seit 6 Jahren ist er Lehrstuhlinhaber („Leibniz-Chair“) am Leibniz-Institut für Neurobiologie in Magdeburg und verfügt hiermit, wie auch durch ein weitverzweigtes Netz mit internationalen universitären und institutionellen Partnern über optimale Möglichkeiten zur Weiterentwicklung des von der Jörg Bernards-Stiftung geförderten Faches.

MITTEL- UND LANGFRISTIG SOLLEN UNTER ANDEREM FOLGENDE AUFGABEN ANGEGANGEN WERDEN:

  1. Optimierung der stereotaktischen Operationsmöglichkeiten an der Universität Würzburg und dem INI Hannover zur Ermöglichung der Durchführung von klinischen Studien.
    Hierzu müssen in Kooperation mit der Universitätsklinik Köln Computerprogramme erarbeitet werden, die schnelle intraoperative Operationskontrollen mit Röntgen-Bildwandlern ermöglichen.

  2. Die bislang nur an wenigen Standorten Europas mögliche stereotaktische Tumortherapie soll an mehreren deutschen Zentren eingeführt werden, um dem großen Bedarf möglichst flächendeckend nachzukommen.

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  1.  

  2. Entwicklung digitaler neuroanatomischer Verfahren zur Identifikation und besseren Lokalisationvon Zielarealen für die tiefe Hirnstimulation bei neurologischen und psychiatrischenErkrankungen.

  3. Versuch der Entwicklung eines fokussierten Ultraschallsystems zur Neuromodulation, das die Implantation von Elektroden und das damit verbundene Blutungs- und Verletzungsrisiko des Gehirns eliminieren wurde.

  4. Durchführung klinischer Studien zur Effizienz der Neuromodulation mit unterschiedlichen Techniken bei bislang nicht behandelbaren neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen.

 

PROFESSOR STURM

UND SEINE ARBEIT

Nach Studium, Promotion, Abschluss der neurochirurgischen Facharztausbildung und Habilitation wurde Prof. Sturm an der Neurochirurgischen Universitätsklinik Heidelberg Professor und Leiter der Arbeitseinheit „Stereotaktische Neurochirurgie“.

In engster Zusammenarbeit mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg leitete er die medizinische Forschung zur Entwicklung computergestützter neurochirurgischer Operations- und Bestrahlungsverfahren, die die Grundlagen der modernen Neuronavigationsverfahren zur Ermittlung schonender operativer Zugänge zu tief liegenden Hirntumoren darstellen.

 

Erstmalig wurden stereotaktische Bestrahlungsprogramme zur schonenden Kontaktbestrahlung von Hirntumoren und Hirnmetastasen durch stereotaktisch im Tumor implantierte Radionuklide entwickelt, die mit großem Erfolg eingesetzt werden.

Weitere Schwerpunkte waren die Entwicklung der Linearbeschleuniger-Neurochirurgie und von Robotersystemen, die die Möglichkeiten der Behandlung von Hirntumoren wesentlich erweiterten.

Nach mehrfachen Forschungsaufenthalten, u.a. am Karolinska-Institut Stockholm und dem Hopital Sainte-Anne Paris nahm Prof. Sturm den Ruf an den damals bundesweit einzigen Lehrstuhl für Stereotaktische und Funktionelle Neurochirurgie an der Universität zu Köln an und leitete dort diese Klinik 25 Jahre. Mehrere Jahre war er Geschäftsführender Direktor des gesamten Zentrums für Neurochirurgie.

In dieser Zeit wurde die Klinik europaweit zur größten und bestausgestatteten Einrichtung ausgebaut. Es wurden die weltweit meisten funktionellen neurochirurgischen Eingriffe (Tiefe Hirnstimulation) und zusammen mit den Neurochirurgischen Universitätskliniken Freiburg und München-Großhadern die weltweit meisten stereotaktischen Tumoroperationen durchgeführt.

 

Prof. Sturm ist Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Physik. Er wurde mit dem Meyenburg-Preis für herausragende Leistungen in der Krebsforschung, dem Claudius-Galenus-Preis für Krebsforschung, dem Schrödinger-Pries der Helmholtz-Gemeinschaft ausgezeichnet und für den Zukunftspreis des Bundespräsidenten nominiert. 2013 erhielt er für sein Lebenswerk in Tokio den alle 4 Jahre vergebenen Spiegel and Wycis Award der World Society of Stereotactic und Functional Stereotaxy.

In den letzten Jahren seiner Tätigkeit in Köln etablierte Prof. Sturm gemeinsam mit Prof. Samii am International Neuroscience Institut Hannover eine stereotaktische Operationseinheit und führte dort als Director of Stereotactic-Oncological Neurosurgery regelmäßig Operationen durch. In dieser Zeit wurde er mit dem Titel des Leibniz-Chair am Leibniz-Institut für Neurobiologie in Magdeburg ausgezeichnet.

Nach seiner Emeritierung wurde Prof. Sturm als Seniorprofessor für Neurochirurgie an die Neurochirurgische Universitätsklinik Würzburg berufen. Er leitet und koordiniert dort Forschungsprojekte und im operativen Bereich beratend tätig.

In Würzburg initiierte Prof. Sturm ein langfristig angelegtes Forschungsprojekt zur Ultraschall-vermittelten lokalen Chemotherapie von Hirntumoren, das in Zusammenarbeit des Tumorbiologischen Labors der Neurochirurgischen Klinik, dem Institut für Anorganische Chemie der Universität Würzburg und dem Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg durchgeführt wird. Ziel ist die Entwicklung einer hocheffizienten lokalen Chemotherapie von Hirntumoren unter weitgehender Vermeidung von Nebenwirkungen. Dieses Projekt wird bislang nahezu ausschließlich aus Fördermitteln der Jörg Bernards Stiftung finanziert.

 

Ein weiteres, langfristig angelegtes und ebenfalls von der Jörg Bernards-Stiftung unterstütztes Projekt ist die technische Entwicklung von therapeutischen Ultraschallsystemen, die vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg koordiniert wird.

 

Neben der entscheidend wichtigen Förderung dieser Projekte ermöglichte die Jörg Bernards Stiftung die Erarbeitung und Fertigstellung des zurzeit weltweit besten Hirnatlanten durch Prof. Mai, Majtanik und Paxinos, Düsseldorf und Sydney. Diese Entwicklung ist auch für die operative Tätigkeit und Forschung von Prof. Sturm außerordentlich wichtig, da der neue, auch digitalisierte Hirnatlas eine wesentliche Verbesserung der neurochirurgischen Operationsplanungen ermöglicht.

Prof. Dr. med. Volker Sturm.

Jörg Bernards Stiftung

Vertreten durch den Vorstand Helmut Bernards

Wilhelm-von-Capitaine-Straße 20

50858 Köln

 

Telefon: 0049-221-481057

Telefax: 0049-221-487087

Email: info@joergbernardsstiftung.de